Wilhelm Stenzel aus Barsinghausen 


Der Jubilar

feierte am 13. August seinen 90 jährigen Geburtstag und ich hatte zusammen mit meiner Frau das große Vergnügen, ihn und seine Lebensgefährtin zu einem Essen einzuladen. 

Natürlich drehte sich vieles bei unseren langen Gesprächen um die Literatur und besonders um die Lyrik, der Wilhelm Stenzel so stark verbunden ist. 
Er hat mehrere Bücher veröffentlicht in einem Genre, das heutzutage leider nur sehr wenig Beachtung findet. 
Nicht nur geistige Nahrung benötigt er, auch süße Nahrung verschmäht er nicht.
"Das ist mir nicht gleichgültig, aber ich muss mich damit abfinden", meint er. 
"Die Welt ist schnelllebig geworden. Für Lyrik nimmt sich niemand mehr Zeit." 
Ich werde in Kürze einiger seiner Gedicht zusätzlich hier einstellen, aber Ihnen zuerst mit diesen Fotos zeigen, wie rüstig er ist und werfen Sie bitte einen langen Blick auf sein Gesicht und seine Augen...
und Ihnen wird aufgehen, dass dies ein Mensch ist, hinter dessen Stirn sich immer wieder Neues entwickelt, der nicht ruht und der sich nicht scheut, die voller Gefühl steckende Lyrik im Geist der Allgemeinheit lebendig zu halten.
Der Autor mit dem Jubilar, seiner Lebensgefährtin und seiner Ehefrau.
Er ist ein Vorbild für viele von uns, hinter dessen nachdenklicher Mine sich ein wahrer, ein unaufdringlicher großer Denker verbirgt, dem Überheblichkeiten fremd sind, der aber trotzdem auf seine Art der Umwelt signalisiert, was er kann und der das auch sagt - wenn es erforderlich ist. Und er ist ein Mann, der kulinarischen Genüssen nicht abgeneigt ist!


Den Lesern meiner Homepage wünsche ich einen angenehmen Tag und sollten Sie mal einen gemischten Vortrag mit Beteiligung von Wilhelm


Den Lesern meiner Homepage wünsche ich einen angenehmen Tag und sollten Sie einmal einen gemischten Vortrag mit Beteiligung von Wilhelm Stenzel hören wollen - Prosa und Lyrik - ich bin gern Ihr Vermittler. 







Ich heiße Wilhelm Stenzel und wohne in Barsinghausen


 

Wilhelm Stenzel



Wilhelm Stenzel lebt in Barsinghausen am Deister. Gelesen hat er schon immer viel, besonders Balladen liebt er seit jeher.Seine kreativen Talente zeigen sich sowohl in der Dichtkunst als auch in der Malerei.

Er schreibt seit mehr als 40 Jahren, vor allem Gedichte, Balladen und lyrische Erzählungen.



Wilhelm Stenzel ist auch Maler! Hier eine Kreidezeichnung


August

 

Distel und Klatschmohn blühen wieder,

hinter Büschen verborgen ein Bach

flüstert - und Wellen und Lieder

unter dem Blätterdach

alter verkrüppelter Weiden

umraunen Ufer und Steg.


Freuden treffen auf Leiden,

gehen den gleichen Weg,

sind wie die Frucht auf den Zweigen

zur Reife, zum Fallen bestimmt

Ein alle umfassender Reigen,

der niemals ein Ende nimmt.

 

Schneeball verblühte und Flieder,

doch immer noch murmelt der Bach,

treibt Wellen und singt seine Lieder

immer und immer wieder

unter dem Blätterdach.

 

Immer wieder fallen Dinge aus dem Rahmen

 

Wieder einmal, kaum vernehmbar, fern am Rand der Ewigkeit

Tönt des Tages letztes Echo, überwindend Raum und Zeit.

Diesem folgst du tief im Sinnen, rückwärtsblickend Stund um Stund,

und erkennst meist widerwillig manchen Traumes wahren Grund.

 

Und erschauerst immer wieder, bist besorgt jedoch du steigst

Über deines Wissens Grenzen und du zweifelst, doch du schweigst.

Blickst auf Wege unbegehbar, undurchschaubar, fern und fremd,

dennoch suchst du, trotzdem träumst du, doch am Ende ungehemmt,

 

ziehst du leise klagend weiter, folgst der nie durchschauten Spur:

des gebieterischen Hoffens und bleibst doch ein Träumer nur.

Was erkennst du, was durchschaust du? Ob zu früh, ob viel zu spät,

immer war dir lieb und teuer was im Rausche du gesät.

 

Und wie heute, so auch morgen, wenn auch dunkel, unbewußt,

sagt die Last – gleich deiner Lust dir – ach, du willst nicht! Nein, du musst.

Höre, sehe, suche, sinne! Ach, des Wunsches Quelle rauscht…

Weißt du, was da in dir nachhalt? Nein! Doch du zögerst, doch du lauschst.

 

Wilhelm Stenzel, 2016


Ich lausche gern

 

Ich lausche gern des Windes Lauten, die flüstern, die im Laub erregt

sich was erzählen - bis allmählich der ganze Baum sich sanft bewegt.

 

Bis ihr Gestalter, die Bewegung,

ein Schattenspiel durch Licht erreicht,

das Zeichen setzt, das mich berauscht...

 

Sobald es doch den Formen gleicht,

die mir der Baum durch seine Bilder erklärend gegenüberstellt:

bin ich mir selbst nicht mehr derselbe, bin ich - in einer andern Welt...

 

Dann sind selbst windbewegte Zweige, am rauhen Ast das blasse Grün,

in jedem Blatt versteckte Hände, die mich zu streicheln sich bemüh’n.

 

Zwar gleicht das alles nur den Träumen, ist Illusion. Doch diese Zeit,

für ein paar kurze Augenblicke ist endlos, ist Unendlichkeit.