Archiv 2016


Lesungen / Veranstaltungen 2016

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Liebe eserinnen- und Leser, hier erfahren Sie etwas über meine Lesungen. Es sind nur wenige Lesungen aufgeführt, weil oftmals gleiche Vorträge an verschiedenen Orten durchgeführt wurden. Nur wenn es Abweichungen gab, habe ich einen Beitrag eingestellt.


Der Referent an diesem Nachmittag, Wolfgang Nieschalk

 Mittwoch, 14. Dezember 2016, Weihnachtliches und Humoriges mit den Landfrauen in Eltze (bei Peine)

im Haus der Kirche.

 

Gut dreißig Landfrauen des Ortsvereins Eltze bei Peine trafen sich zum letzten Mal in diesem Jahr, um gemeinsam im Haus der Kirche im Rahmen einer Weihnachtsfeier ein sehr erfolgreiches Jahr zu beschließen.

Der Versammlungsraum ist groß, und so müssen die Damen "ratenweise" fotografiert werden.

Dieses Mal hatten die Damen des Vorstandes mich eingeladen, um die Landfrauen mit etwas "Humorigem, gemischt mit Weihnachtlichem" bei Kaffee und Kuchen zu erfreuen. Das musste gelingen, denn  die anwesenden Damen waren in bester Stimmung. Die Lesung begann locker mit einem Gedicht meiner Autorenfreundin Ursula Kühn aus Weetzen/Ronnenberg, dass ich hier einfüge, weil es die Veranstaltung einleitete und jeder der Teilnehmerinnen vorgewarnt war, dies ernst zu nehmen. Landfrauen kochen gern und backen ebenso gern und gut und selbstgemachte Marmelade ist bei ihnen etwas selbstverständliches. Ich durfte am Schluss in den Genuss landfraulicher Einkoch und Backkünste kommen und ich gebe zu, die Plätzchen sind verbraucht und dem Rest der Marmelade geht es heute an den Kragen.

Hier nicht nur das Gedicht, sondern rechts auch das "Gesicht" meiner ansonsten unsichtbaren Mitautorin Ursula Kühn.

 

 

 

Die unerbittliche Waage

 

 

Der Mensch, im Jahresablauf mäßig,

Ursula Kühn vom Calenberger Autorenkreis aus Weetzen

wird, wenn das Fest naht, gern gefräßig.

Mit ständig steigender Tendenz

verschreibt er sich der Opulenz,

genehmigt sich, was der Verstand

erst kürzlich mahnend unterband.

 

Er lässt drum zu den Weihnachtstagen

sich eine Gans nach Hause tragen,

die wohl geraten und per Soße

serviert mit einem heißen Kloße,

vom Rotkraut liebevoll begleitet,

des Menschen Herz und Seele weitet -

nur leider auch des Leibes Fülle -

das zeigt die Waage, denn der Wille

zum Fasten bleibt stets blankes Wollen

beim Duft von Marzipan und Stollen.

 

Die Völlerei ist ihm Genuss,

wohl wissend, dass der Überfluss

im nächsten Jahr sein Opfer fordert,

indem er Quark und Müsli ordert,

  bis sich die Weihnachtstage nah’n,

da fängt es dann von vorne an...  

Einige der Damen der Landfrauen Eltze vor Beginn der Veranstaltung

 

 

 

Und hier der unvollständige Versuch, die ganze anwesende Gruppe auf Bild zu bannen.

 

 

Die humoristischen Renner von Spoerl reizten ohnehin zum Schmunzeln und ebenso die oft schon bei ähnlichen Anlässen vorgetragenen, bewährten eigenen weihnachtlichen Werke.  Lebhafter Applaus belohnte mich immer wieder zwischendurch und vor allem am Ende der Veranstaltung.

Und so möchte ich nicht versäumen, mich nochmals bei den Damen für den überaus herzlichen Empfang am 14.12.2016 zu bedanken.

 

 

Ihr Wolfgang Nieschalk

 

 

Sonntag, 12. Dezember 2016. Bürgerstiftung Rössing.

"Flüssige" Feuerzangenbowle zur Einleitung, Vortrag über Heinrich Spoerl- - den Autor der Feuerzangenbowle - als Erweiterung der Einleitung von Wolfgang Nieschalk und "Filmische Feuerzangenbowle" zum Schluß mit Heinz Rühmann im Dorfgemeinschaftshaus Rössing.

 

  

Der Text sagt schon aus, um was es an diesem gelungenen Sonntagnachmittag ging: Draußen, an der Feuerschale wurde "Feuerzangenbowle" mit und ohne Alkohol den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern angeboten.

Wolfgang Nieschalk stellte in einer Kurzbiogrphie Heinrich Spoerl, den Autor der Feuerzangenbowle, vor.

Nachdem der flüssige Teil der Feuerzangenbowle draußen bis zur Pause unterbrochen wurde, berichtete der Vorsitzende der Bürgerstiftung Rössing, Dr. Udo Noack über das Zustandekommen der Veranstaltung.

Danach stellte der Rössinger Wolfgang Nieschalk den Autor der Feuerzangenbowle, Heinrich Spoerl vor, der vielen Interessierten nicht bekannt ist. Zu sehr beherrscht im Film Heinz Rühmann als "Pfeiffer mit drei f"  das filmische Geschehen. Eine Kurzgeschichte von Spoerl, die das Erschrecken eines Reisenden in der Straßenbahn schildert, als er erkennen muss, dass er alt geworden ist, indem eine junge Mitfahrerin ihm ihren Platz anbietet, den er ihr selbst gerne angeboten hätte, fand viel Beifall.

Der Film selbst, Klassiker und unendlich oft schon vorgeführt, begeisterte auch diesmal wieder die Zuhörer und so fiel es ihnen leicht, den herumgereichten Hut zu füllen. Der Erlös wird durch die Bürgerstiftung Rössing für soziale Zwecke in Rössing verwandt.

Es wurde mit der Veranstaltung ein neues kulturelles Angebot in Rössing ins Leben gerufen, dass durch ihren Erfolg verdient, fortgeführt zu und ausgebaut zu werden.   

Anmerkung für den Leser: Über Spoerl und seine Geschichten, die sehr humorvoll sind, biete ich einen kompletten Vortrag an, der mittlerweile selbst ein "Klassiker" geworden ist, weil er sich in seiner Humorigkeit für viele Veranstaltungen eignet.

 

 

Erotica -

Zeitgeist in der französischen Literatur des 

19. und 20. Jahrhunderts 

 

Sonntag, 20.November 2016, Historischer Verein Linderte/Ronnenberg

 

Der Referent Wolfgang Nieschalk

Wolfgang Nieschalk vom

Calenberger Autorenkreis

stellte

vor zahlreichen Gästen den

Weltliteraten

Guy de Maupassant

vor.

 

 

Nachdem Birgit Hildebrand, die Vorsitzende des Historischen Vereins Linderte, die letzte Lesung im Jahr 2016 eröffnet hatte, begann Wolfgang Nieschalk als Einleitung zu seinem Vortrag über Guy de Maupassant mit dem Zitat von Maupassant:

 

 

 

Guy de Maupassant

 

 

"Manch schöne Frau hat das Welken männlicher Liebe
durch Ihre Kunst, pikante Leckerbissen herzustellen,
zu verhindern gewusst."

 

 

 

 

Meine Damen und Herren,

 

dieses Zitat von de Maupassant soll Sie vorbereiten und einstimmen auf ein Gebiet der Weltliteratur, bei der ohne langes Drumherumreden eindeutig die Erotik um die Ecke schaut.

Maupassant war ein scharfer Beobachter der Menschen und ging ihren Gefühlen und Begierden auf den Grund. Er verstand es, dass pralle menschliche Leben - und vor allem die Doppelmoral der Gesellschaft - literarisch immer so aufzuzeichnen, dass selten jemand daran Anstoß nahm, obwohl die Sitten - vordergründig gesehen - damals strenger waren. Und wenn sich doch mal jemand aufregte, hatte er einen starken Partner an der Seite:

Gustave Flaubert - seinen Lehrer und Mentor und selbst ein Großer der Weltliteratur.

Er verteidigte den jungen Maupassant einmal gegen die Anklage eines Staatsanwaltes "wegen Verstoßes gegen die Sittlichkeit" mit den Worten:

 

"Was schön ist, ist auch moralisch."

 

Auf den folgenden Bildern und diesem hier ein kurzer Blick in den Zuhörerraum weit vor Beginn der Veranstaltung

Das von Maupassant Geschriebene war aber nicht nur erotisch gefärbt, über allem lag auch - mit Ausnahme seiner letzten Novellen und vor allem des Horla - ein Hauch von Heiterkeit.

Und das soll nicht verschwiegen werden: Ein Waisenknabe in Punkto Frauen war Maupassant nicht! Er heiratete nie, hatte aber drei Kinder mit drei verschiedenen Frauen.

Seine Novellen passen immer noch in unsere heutige Zeit, denn es hat sich ja nichts geändert an der Moral der Gesellschaft. Jede Generation hat sich einen anderen Schleier umgehängt, unter der der Mensch aber der Gleiche geblieben ist.

Maupassant starb 43- jährig am 6. Juli 1893. Sein Freund Zola hielt 3 Tage später auf dem Friedhof von Montparnasse in Paris die Trauerrede und weil sie eine Art Biographie ist, stelle ich sie an den Anfang meiner Schilderungen über Maupassant. Kein Historiker nämlich hätte Maupassant treffender beschreiben können, als Zola, der neben Flaubert nicht nur Berufskollege und Freund war, sondern sich auch als Bruder Maupassant's bezeichnete.

 

Maupassant hatte nach intensiven Lehrjahren unter seinem Lehrer Flaubert seinen ersten Welterfolg 1880 mit der Novelle Fettklößchen. Lesen Sie nun beispielhaft eine ganz straff zusammengefasste Übersicht - nur, um Ihnen zu illustrieren, um was es bei Maupassants erstem Welterfolg geht.

 

 

 

Fettklößchen.

 

Frankreich befand sich im Krieg mit Preusßen. Nach dem Einzug der Preußen macht sich eine Reisegegruppe in einer Pferdekutsche auf den Weg, um aus einem unbesetzten Teil Frankreichs nach Calais zu gelangen in dem sie sich vor den Kriegsereignissen sicher glaubten. Zwei Ge­schäftsleute mit ihren Frauen, ein Graf mit Gemahlin, zwei fromm tuende Nonnen, ein drittklassiger Politiker und "Fettklösschen", eine jener Damen, die käuflich sind und vor der die mitreisenden sogenannten »ehrbaren« Frauen, die Nase rümpften.

In einer düsteren Herberge hält ein preußischer Offizier die Reisegesell­schaft an und stellt Fettklößchens »Beruf« fest. Die Weiterfahrt gestattet er nur unter der Bedingung, dass diese ihm eine Stunde der Nacht schenkt. Sie lehnt entrüstet ab.

Doch nach Tagen des Wartens, eingeschüchtert und bedrängt durch die Mitreisenden , doch endlich "ja" zu sagen und auch so zu handeln, ist sie bereit das Opfer zu bringen, um ihre Mitreisenden aus der Klemme zu helfen.  Der Zweck heiligt die Mittel - meinen die Betroffenen - und besonders eifrig reden ausgerechnet die fromm tuenden  Nonnen auf Fettklößchen ein.

Erleichtert hört die Reisegesellschaft deshalb nach mehreren Tagen ungeduldigen Wartens nachts in der Herberge unter den preußischen Stiefeln die Dielen knar­ren.

Die Weiterfahrt am nächsten Morgen ist gesichert.

Doch kaum sind die Reisenden wieder in der Kutsche versammelt, nimmt die sogenannte ehrbare Gesellschaft wieder ihre alte, überheblich-ablehnende Haltung gegenüber dem armen Fettklöß­chen ein, das zwar durch ihren nächtlichen Einsatz die Expedition gerettet hat, nun aber als die Unreine erneut gemieden wird.

 

Nach diesem Erfolg veröffentlichte Maupassant neben seinen Zeitungsartikeln und Reiseberichten über 300 Novellen und Romane.

Die Qualität seiner Werke festigte seinen Ruf und sein Einkommen. Er kündigte beim Ministerium und lebte nun als freier Schriftsteller.

 

Viel Humor, Weitsicht, nachdenklich machendes hielten sich in Nieschalks Vortrag die Waage und Nieschalk ist es gelungen, Maupassant den Zuhörerinnen- und Zuhörern wieder bewusst zu machen, dessen wunderbaren Werke - Kurzgeschichten und Romane - viel zu wertvoll sind, um in Vergessenheit zu geraten.

Bel Ami zum Beispiel oder unser Herz oder auch das Haus Tellier. Wenn auch die Zeit weiter gegangen ist, die Menschen haben sich im Grundsatz nicht verändert.

 

Den Referenten belohnte immer wieder spontan zwischendurch einsetzender Beifall für sein ausgesprochen temperamentvoll vorgetragenes Referat und vieles wurde nach der Veranstaltung bei Kaffee und Kuchen mit den Gästen diskutiert und Fragen wurden beantwortet.

 

Nach Beendigung der Veranstaltung wies Birgit Hildebrand noch auf die kommenden Veranstaltungen hin und auch auf die Kaffeestube in den Räumen des Historischen Vereins Linderte anlässlich des Weihnachtsmarktes am 27.November 2016 hin. 

 

Text: Wolfgang Wildbach

Fotos: Hildebrand 

 

 

 

 

 

Donnerstag, 3. November 2016, Wilhelm Fricke Haus in Gronau.

Wolfgang Nieschalk referiert über Hermann Löns beim Deutschen Hausfrauenbund

 

 

 

 

Die Vorsitzende, Frau Klingenberg, begrüßt den Referenten und stellt ihn der Zuhörerschaft vor. Aber bevor das Leben von Löns vor den Teilnehmerinnen "aufgerollt" wurde, wartete Kaffee und Kuchen auf alle, auch den Referenten! Herzlichen Dank!

Das Leben und Wirken von Hermann Löns fasziniert auch heute noch -100 Jahre nach seinem Tode auf den Schlachtfeldern des 1. Weltkrieges in Frankreich - die Menschen, die seine Erzählungen lesen oder hören.

Fälschlich wird Löns überwiegend als "Heidedichter" bezeichnet, doch diese ihn einengende Bezeichnung verdient er nicht. Wer sich näher mit ihm auseinandersetzt, erkennt schnell, dass dieses Bild von ihm in der Öffentlichkeit falsch ist.

Er war ein Dichter, der zwar auch einige Zeit in der Heide Heide lebte, aber es gibt viele "Heiden" in unserer Welt und eine davon liegt in Ostpreussen und eine andere, nur beispielhaft, nicht weit von Münster entfernt, wo Löns lange Zeit lebte.

Tatsächlich verbrachte Löns seine Kindheit in Ostpreussen - "eine schöne Wald und Heidelandschaft" - wie Historiker berichten. Doch seine berufliche Laufbahn als Journalist führte Löns überall hin. Mal nach Greifswald oder Gera, mal nach Jena oder Kaiserslautern und Hamburg. Oder auch ins Ausland. Hannover war einige Zeit sein beruflicher Mittelpunkt, bevor er nach Bückeburg wechselte.

Warum Löns also als Heidedichter bezeichnet wird, kann ich nur vermuten. Viele seiner Gedichte wurden vertont und sie werden noch heute in den Heideorten wie Bispingen gespielt und so touristisch vermarktet zur Heideblütenzeit. Das und vielleicht auch seine letzte Ruhestätte in der Titlinger Heide bei Walsrode verfestigen diese unrichtige Zuordnung von Löns.

Vielleicht aber ist es gerade diese Falscheinschätzung seiner Dichterperson, die letztlich dazu geführt hat, dass Löns immer noch so populär ist, wie kaum einer seiner großen Dichterzeitgenossen.

Die Hausfrauen Gronau jedenfalls waren erstaunt von der "Andersartigkeit" der literarischen Werke von Löns, die ihnen Nieschalk in seinem einstündigem Vortrag näherbrachte, was eine ausführliche , sehr interessante Diskussion mit einigen der Damen nach der Lesung auslöste und darin wurden auch Fragen laut, die im Vortrag selbst nicht angesprochen werden konnten, um den zeitlichen Rahmen nicht zu sprengen.

Löns war ohne Zweifel ein besonderer Dichter und Mensch und einer der Historiker beschrieb ihn als

"rauhbeinig, schüchtern, naiv, rücksichtslos, weichherzig, unbeherrscht, herrisch, hilfreich, asketisch, ausschweifend, gewalttätig, unbekümmert und zu Depressionen neigend und als "merkwürdig unbequem" bezeichnen.

Aber, erkennen wir uns selbst nicht auch in einigen der Charaktereigenschaften, die "als merkwürdig unbequem" geschildert werden?

Löns selbst sah sich nüchterner, nämlich so: Die Menschen mögen mich solange, bis sie mich kennen lernen! 

Vielleicht finden auch Sie die Zeit, bei einem Spaziergang durch die Tietlinger Heide bei Walsrode das Löns Grab und das Denkmal, ganz nahe beieinander stehend zu besuchen. Sie werden überrascht sein über das nach wie vor wache Interesse der Bevölkerung an diesem großen deutschen Dichter. Die vielen Wanderer zur Gedenkstätte beweisen es. Und vor dem Grabstein, der ein ziemlich großer Findling ist, ist dieses Schild aufgestellt, welches interessante Details über den Tod von Löns verrät, die im Vortrag selbst aus Zeitgründen keine Berücksichtigung finden konnten.

 

 

 

Eine typische Lanschaftsform der Tietlinger Heide, vielleicht 500 m vom Grabstein entfernt

 

 

 

 

Freitag, 14. Oktober 19.00, Freizeitheim Vahrenwald, Hannover.

Wolfgang Nieschalk referiert vor ehemaligen Schülern der Werner von Siemens Schule über das Segeln und  über den Bau seiner Segelyacht.

 

 

Die Segelsaison geht dem Ende entgegen und schaut man in die Häfen, wird überall daran gearbeitet, die Boote winterfest zu machen. Es ist die Zeit, in der mancher Segler dem Sommer nachtrauert, weil er aus den verschiedensten Gründen wieder einmal nicht genug Zeit gefunden hatte, sein Boot so ausgiebig zu nutzen, wie er es sich jedes Jahr im März aufs Neue vorstellt. Es kommt immer anders, besonders beim Reisen auf dem Boot, sei es Motorboot oder Segler. 

Die anwesenden Seglern konnten auf ähnliche Erfahrungen zurückblicken und die Nichtsegler erkannten gewisse Ähnlichkeiten im Tageablauf an Land, der auch nicht immer so verläuft, wie man sich das vorstellt. Doch auf dem Wasser und dort besonders beim Segeln ist es besonders wichtig, den Tag oder die Nacht zu planen, damit in Stressituationen wenigstens das jeweils Richtig am richtigen Platz zu finden ist. Es war eine gelungene Veranstaltung und die anschließende Diskussion mit den Besuchern verriet, das große Interesse der ehemaligen Werner v. Siemens Schüler am Segeln und am Bau einer Segelyacht.

 

 

 

 

 

  

Mittwoch, 12. Oktober 2016, Schulrat Habermalz Schule Alfeld:

Wolfgang Nieschalk referierte über ein brandaktuelles Thema unserer Zeit - "Die Digitale Diktatur."

 

In den Romanen von Jules Verne existierte das Fernsehen schon, da war im realen Leben noch nicht einmal das Radio erfunden. Ein halbes Jahrhundert, bevor die Brüder Wright zum ersten Male flogen, schwirrten bei Verne schon Hubschrauber durch die Luft. Fast alle technischen Wunderdinge unserer Zeit hat Jules Verne dank seiner Visionen vorausgeahnt und beschrieben. Unterseeboote und Flugzeuge, Leuchtstofflampen und Rollgehsteige, Klimaanlagen und Wolkenkratzer gehörten genauso dazu, wie ferngelenkte Geschosse und Panzer.  

Doch dass die wahre Entwicklung unserer Welt noch viel rasanter voranschreiten würde, wie von ihm geahnt, konnte selbst er nicht vorhersehen. Schon heute, nur gut 100 Jahre nach seiner Zeit, sind viele seiner Visionen von der Wirklichkeit weit überholt worden.

Die Vergangenheit lehrt uns, dass sich alles viel schneller entwickelt, als man erwartet. Er selbst würde sich bei einem Blick in unsere heutige Welt verwundert die Augen reiben und sich fragen, warum er sich so massiv irren konnte. Doch dann würde ihm sein eigener Ausspruch einfallen, den er einmal gegenüber einem Journalisten geprägt hatte:  

"Was der Mensch sich im Geiste vorstellen kann, das wird ein anderer auch verwirklichen".  

Damit lag er erschreckenderweise richtig.  

Unbehagen macht sich bei uns breit angesichts der rasanten technischen Entwicklung. Entmündigen wir uns durch die fortschreitende Digitalisierung selbst? Diese Frage beschäftigt viele Menschen, mit denen ich in der letzten Zeit sprach. Diese Menschen ängstigen sich und sie  fühlen sich wehrlos gegen das für sie Unbegreifbare, Unanfassbare, Wesenlose, was um sie herum geschieht. 

Dieses Unbegreifliche, Wesenlose stellte Wolfgang Nieschalk in seinem Vortrag in den Mittelpunkt und illustrierte an Beispielen, wie umfassend die Digitalisierung bereit von uns Besitz ergriffen hat, ohne dass wir uns dagegen wehren können, weil wir nicht wissen, wie.  

Digitale Diktatur ist nur ein Aspekt, digitale Demenz die Folge davon, wenn wir nicht gegensteuern. Aber wie? Den Stecker ziehen?  

 

 

Nieschalk schloss seinen Vortrag mit einem Zitat des großen deutschen Computerpionier Conrad Zuse:  

"Die Gefahr, dass der Computer so wird, wie der Mensch,

ist nicht so groß wie die Gefahr, dassder Mensch so wird, wie der Computer..."

Viel Applaus belohnte den Referenten, und an die 50 minütige Veranstaltung schloss sich eine fast 90- minütige, äußerst  lebhaft geführte Diskussion an, an der sich die 25 Hörerinnen- und Hörer, fast vollständig beteiligten.

Doch nicht genug damit. Auch am folgenden Tag wurde Nieschalk von einigen Teilnehmern angerufen, um andere, im Vortrag nicht erwähnte Aspekte zu erörtern. Ein Teilnehmer schickte dem Referenten sogar einen am folgenden Tag erschienen Zeitungsartikel, in dem geschildert wird, wie "Berlin" 5 Milliarden Euro für die digitale Offensive an Schulen investieren will...Hoffentlich nicht ein weiterer Schritt und Baustein hin zur digitalen Demenz...

 

 

 

 


 

  22. Mai 2016 in der Kapelle Harkenbleck:

Wolfgang Nieschalk referiert über Hermann Löns

 

Die Kapelle Harkenbleck, malerisch auf einem Hügel gelegen und aus einer ungewöhnlichen Perspektive - von der Rückseite.


Auf Einladung des Fördervereins Kapelle Harkenbleck e.V durch den Vorsitzenden Herr Hatje, stellte Wolfgang Nieschalk vom Calenberger Autorenkreis das Leben und einige Werke von Hermann Löns vor, die bei den Zuhörerinnen und Zuhörern große Resonanz fanden.

Die historische Kapelle war wie geschaffen dafür, diesen großen Dichter, der 1916 als Freiwilliger im ersten Weltkrieg auf den Schlachtfeldern  Frankreichs starb, nochmals in seinen Natur- und Jagdschilderungen lebendig werden zu lassen. Der Referent wurde durch langanhaltenden Applaus belohnt.

Nach der Veranstaltung htten die Gäste bei einem Glas Wein ausreichend Gelegenheit, über den Beitrag, über Löns zu diskutieren und auch Fragen an den Referenten zu richten. Eine außerordentlich erfolgreiche und angenehme Veranstaltung fand so einen stimmungsvollen Abschluss.

Einzelheiten über Löns können interessierte Leser bei den zuvor bveröffentlichten Löns Vorträgen finden, da sich die Vorträge nur geringfügig unterscheiden und es nur eine Wiederholung sein würde. Wichtiger erscheint mir deshalb, den Förderverein und die historische Kapelle  Harkenbleck e.V zu beschreiben und deren Funktionsträger vorzustellen.  

Der Förderverein Kapelle Harkenbleck e.V. konstituierte sich am 10. März 1983 und erwarb im gleichen Jahr das Eigentum an dieser im Jahre 1412 errichteten "Wehrkirche".

Der Förderverein ist selbständig und unabhängig, eine konfessionell und parteiisch ungebundene Gemeinschaft, deren Mitglieder sich teils der Denkmalpflege verpflichtet, teils der Kirche verbunden fühlen. Die gesamte Vereinsarbeit ist ehrenamtlich ohne Zahlung von Lohn, Aufwandsentschädigung und Sitzungsgeldern.

Der Tisch ist für die Gäste gedeckt

Zweck des Vereins ist nach § 2 der Satzung die Erhaltung der Kapelle und eine ihrem Charakter entsprechende Nutzung. Seit 1984 finden wieder fest terminierte Gottesdienste beider christlicher Konfessionen statt, an jedem 2. und 4. Sonntag im Monat evangelische Gottesdienste, an jedem 3. Donnerstag im Monat eine katholische Abendmesse.

Die Gastgeber machten tüchtig auf die bevorstehende Lesung in der Kapelle aufmerksam


Ebenso werden Kindergottesdienste, Festgottesdienste an Feiertagen, ökumenische Gottesdienste und kirchliche Feiern wie Taufen, Trauungen und Ehejubiläen abgehalten.

Für den Ort Harkenbleck, politisch seit der Gebietsreform im Jahre 1974 zur Stadt Hemmingen gehörend, sind die Evangelische Kirchengemeinde St. Vitus in Wilkenburg und die Katholische Kirchengemeinde St. Augustinus in Hannover zuständig.
81 Trauungen, 191 Taufen und viele Ehejubiläen seit 1984 sind ein Zeichen für die Beliebtheit der Kapelle.

Hier noch einige interessante Daten aus der Geschichte dieser historischen Kapelle auf einen Blick, die Nieschalk durch eigene Fotos ergänzt hat.

Für die Gäste nur das Beste - ein kleiner Umtrunk nach der Lesung bei bestem Wetter



  • 1412      als Wehrkirche erbaut, im Rahmen eines Patronats im Besitz der Familie v.      Reden bis 1983. Unter der Kapelle befindet sich eine Gruft mit ca. 10      Särgen, letzte Beisetzung um 1895
  • 1687      Stiftung des Barockaltars, nach Ansicht von Kunsthistorikern aber älter.      Das Alter der Kanzel unbekannt
  • 1751      Jahreszahl des Taufsteins, früher als Hausmühle, sog.      "Kleikotze", genutzt.
  • 1837      Guss der Glocke mit Jahreszahl und Inschrift "Harkenbleck"
  • 1884      Errichtung des Eingangs zur Gruft, bis dahin Zugang zur Gruft aus der      Kapelle
  • 1886      Baujahr der Turmuhr mit 3 Schlagwerken der Fa. Weule., Bockenem
  • 1983 Gründung      des Förderverein Kapelle Harkenbleck mit 8 Mitgliedern. Den Kaufpreis für      die Kapelle in Höhe von 30.000 DM zahlte die Stadt Hemmingen. Der      Förderverein wurde Eigentümer
  • 1985      Glasbild über dem Altar, Werk und Spende eines Harkenblecker Bürgers.
  • 1996      Taufschale aus Bronzeguss, Werk und Spende eines Harkenblecker Künstlers
  • 2007/2008      Umgestaltung des Eingangsbereichs; es wird ein barrierefreier,         behindertengerechter Aufgang zur Kapelle geschaffen
  • 2012      Sanierung der Kirchenmauer; Pflanzung einer neuen Linde
  • 20.06.2012      600-Jahrfeier Kapelle Harkenbleck
  • Juli      2013 Decke, Wände und Fenster der Kapelle werden gestrichen



Seit 1983 finden zwei feste Veranstaltungen jährlich statt, die der Förderverein organisiert. Zum einen feiert das Dorf im Sommer den Kapellentag, ein harmonisches Dorffest auf Schiefers Hof gegenüber der Kapelle. In der Adventszeit wird von über 30 mitwirkenden Kindern das traditionelle Harkenblecker Krippenspiel in der Scheune auf Schiefers Hof an 3 Abenden in der Woche vor dem 2. Advent aufgeführt.

Durch den Einsatz vieler ehrenamtlicher Helfer werden diese Veranstaltungen erst möglich. Die erzielten Erlöse gehen als Spenden an den Förderverein und dienen dem Erhalt der Kapelle. Beide Veranstaltungen ziehen auch Gäste aus der weiteren Umgebung an.


Text und Fotos: Wolfgang Wildbach und Webseite des Fördervereins Kapelle Harkenbleck




11. Juni 2016


Premiere - gelungen!  

Zum ersten Male überhaupt seit mehr als zwanzig Jahren nach Gründung des Calenberger Autorenkreises trafen sich dessen Mitglieder am 11. Juni 2016 auf Einladung von Wolfgang Nieschalk zu einer Grillparty. Der Zeitpunkt war gut gewählt. Das Anwärmen fand bei ihm im Garten bei Kaffee und Kuchen statt. Das Grillen ebenfalls, denn der Wettergott spielte mit und zeitweilig schien die Sonne sogar so heftig, dass ein Sonnenschirm aufgestellt werden musste.

Doch das erwies sich als schwierig. Die dafür vorgesehene Stahlhülse im Rasen wurde nicht gefunden. Vergeblich rutschten die Calenberger Autoren auf den Knien auf der Rasenfläche herum, um fündig zu werden. Die Damen sparten zwar nicht mit Anfeuerungsrufen, doch auch sie führten nicht zum Erfolg. Improvisation war angesagt und eine Gartenbank diente, vollgepackt mit Holz und Betonteilen als Gegengewicht und Spanngurte und Schraubzwingen brachte alles fast unlösbar zusammen.

Jörg Hartung meinte zwar, ich hätte das passende Wetter bestellt hätte - das können nur ganz wenige - nicht zu warm, aber angenehm, nicht zu kalt, so dass die Molekulerbewegung der Gesprächsgedanken nicht verlangsamt wurde - das frohe Stimmengewirr zeigte es an - doch ich muss ihm widersprechen. Es war Glücksache und hätte ich gewusst, das am nächsten Tag die Schafskälte kalendarisch am Zuge war, ich hätte das Grillfest vorverlegt.

Bei Beginn des späten Nachmittags bis zum Anbruch der Dunkelheit konnte unter blauem Himmel gegrillt werden und das gleichzeitig auf mehreren Grillgeräten. Doch dies war nur durch das engagierte Eingreifen „verwandtschaftlicher Grillhelfer“ möglich, die ihr Äußerstes gaben, um die hungrigen Calenberger Autoren satt zu bekommen.

Natürlich wurde auch Literatur vorgetragen. Lyrik stand auf dem Programm, Sommerlyrik, die vom Gastgeber ausdrücklich gewünscht wurde. Die nicht dem Calenberger Autorenkreis angehörenden Gäste zeigten sich beeindruckt von den Leistungen der so unterschiedlich arbeitenden Autoren und ihrer ebenso unterschiedlichen Werke. Doch in erster Linie stand das Grillfest unter dem Motto, „Miteinander feiern, um sich noch besser kennen zu lernen“, und so entspannt, vernahm alles seinen angenehmen Verlauf. Die Fotos lassen es nur erahnen, denn leider sind die hin- und herwogenden Gespräche und Diskussionen untereinander nicht zu hören. Auf alle Fälle aber hat die Veranstaltung die Calenberger Autoren noch näher zusammen rücken lassen.

Alles wurde am Abend abgeschlossen von einem sehr seltenen Phänomen, einem Regenbogen, der umgekehrt am Himmel sichtbar wurde. Den Lyrikern unter uns war er Anreiz genug, Gedichte zu schreiben. Mir als Segler gefiel er optisch. Aber mir gefiel nicht, was er zu bedeuten hatte: Schlechtes Wetter am nächsten Tag - und genau so kam es auch und so gesehen haben wir mehr als nur Glück gehabt, im Sonnenschein zusammen zu sitzen, zu diskutieren und einfach die Beine unter dem Tisch auszustrecken.  

Zu Rössing schreibt Uwe Märtens:

Rössing: ein Ort der Begegnung, zum Entspannen, Verweilen und Genießen. Wenn diese Aussage eines Rodenbergers - also Schaumburgers - nicht für Rössing spricht,

was dann?

 





25. Mai 2016, Wolfgang Nieschalk las in Rössing:

"Die Digitale Diktatur" 

 

 

Die digitale Diktatur war Thema eines Vortrages, den Wolfgang Nieschalk auf Einladung der Bürgerstiftung Rössing in der Gaststätte zum Dorfbrunnen in Rössing hielt.

 

Dr. Udo Noack als Vorsitzender der Bürgerstiftung Rössing und der Referent, Wolfgang Nieschalk

Temperamentvoll drückte Nieschalk als Kolumnist der LDZ, als Mitglied der Bürgerstiftung Rössing und ganz allgemein als beobachtender Bürger seine Sorgen darüber aus, wie die technische Entwicklung und insbesondere die immer rasanter um sich greifende Digitalisierung und Überwachung jedes Einzelnen von uns unser Leben bestimmt und das nicht immer nur zum Guten.

Jedes Jahr verdoppelt sich die Menge an Daten, die wir produzieren. Allein im Jahr 2015 kamen so viele Daten dazu, wie in der ganzen Menschheitsgeschichte bis 2014 zusammen. Google, Facebook, Amazon, Ebay - sie alle verraten dem großen, nach Daten lechzenden digitalen Bruder das, was wir denken und fühlen. 

"Unbehagen macht sich breit", stellte Nieschalk fest, "angesichts der digitalen Technologie, die unsere Persönlichkeit aushorchen könnte und uns fremdbestimmen wird - wenn wir nicht aufpassen. Doch wie aufpassen?" 

Diese Frage musste unbeantwortet bleiben, weil die bald die ganze Menschheit umschlingende Digitalisierung ein Phänomen darstellt, über welches aus der Vergangenheit noch keinerlei Erfahrungswerte vorliegen. Dafür liegen umso mehr Erfahrungen darüber vor, wie Menschen oder Gruppen mit sensiblen Daten umgehen, wenn sie diese in die Finger bekommen. Und berücksichtigt man diese Neigung nicht nur Einzelner, sondern auch die ganzer Staaten, erscheint es sicher sinnvoll, interessierten Kreisen den Zugriff so schwer zu machen, wie es nur möglich ist. 

Die nachfolgende, lebhafte Diskussion der Teilnehmer an der der Veranstaltung bewies, wie stark jeder Einzelne sich schon mit diesem Thema beschäftigt hat.

Zum Abschluss der Veranstaltung überreichte der Vorsitzende der Bürgerstiftung Rössing Dr. Udo Noack, dem Referenten ein Paket "Rössinger Sommer" - Wildblumensamen - um so zu symbolisieren, sich bei aller Digitalisierung und Technik immer wieder an die Natur mit ihren Schönheiten zu erinnern.

 

 

 

 


11. Mai 2016, Wolfgang Nieschalk und Cornelia Poser vom Calenberger Autorenkreis lesen in Esbeck

 

 

Beide Referenten während einer kurzen Diskussionspause

Auf Einladung des Altenkreises Esbeck unter der Leitung von Dagmar Bartels referierten Wolfgang Nieschalk aus Rössing und Cornelia Poser aus Hannover über Hermann Löns. Wolfgang Nieschalk war den Gästen aus mehreren Vorträgen bekannt, während es für Cornelia Poser als Neumitglied des Calenberger Autorenkreises eine premiere war, die sie glänzend absolvierte und viel Applaus für sich in Anspruch nehmen konnte.

Die Veranstaltung fand im parkartigen Garten des landwirtschaftlichen Grundstückes Ringweg 2 bei ziemlich stürmischem Wind statt, doch die mitgebrachte Übertragungsanlage ließ die Worte nicht im Winde verwehen, sondern brachte sie passgenau an das Ohr jeden Zuhörers. Ringweg 2, eine Umgebung, wie sie besser nicht hätte sein können, denn Hermann Löns pflegte intensiven Kontakt zu den Landwirten der Region und auch in Ahrenfeld, dem Nachbarort von Esbeck, war er häufiger Gast beim Urgroßvater des heutigen Bürgermeisters. Er kannte Löns aus Erzählungen seiner Vorväter, doch wollte er noch mehr darüber wissen, was Hermann Löns in eine Gegend getrieben hatte, die mit der Heide nun gar nichts mehr zu tun hat. Es war ja auch bezeichnend für Löns, der zu Unrecht als sogenannter Heidedichter bezeichnet wurde. Ein Klischee, das seinen wirklichen Leistungen nicht gerecht wird. Seine hinterlassenen Werke beweisen dies.

Die gut 30 Gäste erlebten Hermann Löns während des Referats jedenfalls von einer Seite, die ihnen vorher unbekannt war.

Zum Schluss der Veranstaltung ergriff der Bürgermeister des Nachbarortes Ahrenfeld das Wort, um auch seinerseits einige Anekdoten von Löns, die ihm von seinem Urgroßvater über Großvater und Vater überliefert waren, zum Besten zu geben.

Eine rundum sehr gelungene Veranstaltung in einer bezaubernden Umgebung nahm damit ihr Ende. Nur der warme Wind konnte es nicht lassen, in einem besonders stürmischen Anfall einen Teil des übrig gebliebenen Kuchens von den Tischen zu wehen.

Die Gäste werden von Dagmar Bartels mit Kaffee und Kuchen verwöhnt

 

Text: Wolfgang Wildbach

Fotos: Kuhlemann, Leine Deister Zeitung

 

 

 

18. Mai 2016, Wolfgang Nieschalk und Cornelia Poser vom Calenberger Autorenkreis lesen im Eilenriedestift Hannover Hermann Löns.

 

  

Nachdem Herr Weiner vom Eilenriedestaift Hannover die Vortragenden 

Cornelia Poser und Wolfgang Nieschalk 

mit dem Publikum bekannt gemacht hatte,

stellte Wolfgang Nieschalk eine Verbindung zwischen Goethe und Löns her:

 

 

"Die Natur ist unendlich reich und bildet den großen Künstler", schrieb schon Johann Wolfgang von Goethe, und so gesehen, wurde Goethes Erkenntnis - Jahrzehnte später - in der Person von Hermann Löns lebendige Wirklichkeit.

 

 

 

Vielleicht hat der nur wenige hundert Meter vom Eilenriedestift Hannover entfernt liegende Hermann Löns Park die Veranstaltungsleitung in der Bevenser Straße dazu animiert, den Bewohnern und Gästen einen Vortrag über Hermann Löns anzubieten.

 

Jedenfalls war diese Entscheidung goldrichtig, denn die zahlreichen Gäste aus der Umgebung und aus den Reihen der Stiftbewohner selbst, zeigten an, wie stark und ungebrochen lebhaft das Interesse für den fälschlicherweise als Heidedichter bekannten Hermann Löns immer noch ist.

 

Über hundert Jahre nach seinem Tod auf den Schlachtfeldern Frankreichs haben sich seine Romane, Jagdgeschichten und seine ins philosophische gehenden Naturbetrachtungen und Erfahrungen bis heute behaupten können. Ja, es ist sogar ein Trend in unserer immer technologiebestimmteren Welt festzustellen, dass die Werke von Hermann Löns als literarischer Ausgleich zum Stress des heutigen Menschen mit ihren gewaltigen gesellschaftlichen Verwerfungen  im Berufsleben und in der Gesellschaft als solche, wieder an Bedeutung gewinnen. Seine Werke verdienen es und sind dafür geeignet. Doch es wäre irreführend, Löns - wie so oft -  als Heidedichter einseitig zu charakterisieren. Besonders seine frühen Werke, seine Werke aus seiner Jugend- und Studentenzeit beweisen das Gegenteil. Wer hätte sich Löns jemals als Segler vorgestellt? Wohl kaum jemand und doch genau davon, vom Segeln, handelt sein erstes bekannt gewordenes Gedicht.

Oder sein Gedicht "Absturz", das die Tragödie einer Bergsteigerseilschaft beschreibt, bei der ein Einzelner den Tod der ganzen Gruppe durch Egoismaus und menschlichem Versagen verschuldete.  An seinen Gedichten und später an seinen Kurzgeschichte und noch später, als er die Kurzprosa aufgab und sich ganz dem Roman widmete, kann man die Entwicklung der Person Löns genau verfolgen und sich ein ungefähres Bild von diesem nicht ganz einfachen Menschen, Naturschützer, Jäger und großem Schriftsteller machen.

Wolfgang Nieschalk als Verantwortlicher für den Inhalt des Vortrages und 

Cornelia  Poser - beide Mitglieder des 

Calenberger Autorenkreises 

verstanden es mit Ihrem Vortrag, das Interesse an Löns nicht nur wach zu halten und zu intensivieren, sondern regten die Zuhörerinnen und Zuhörer darüber hinaus noch an, die Veranstaltung  durch eine lebhaften Diskussionen zusätzlich zu beleben. Damit fand eine Lesung ihren Abschluß, die allen Beteiligten ganz neue Erkenntnisse über den großen Dichter Hermann Löns vermittelt hat, dessen lyrisches Talent in folgendem, kurzen, aber deswegen nicht weniger aussagefähigem Gedicht sichtbar werden:

 

Lass Deine Augen offen sein,

geschlossen Deinen Mund.

Und wandle still, so werden Dir,

geheime Dinge kund.                

 

Fotos: Herr Weiner vom Eilenriedestift Hannover

Text: Wolfgang Wildbach

 

 

 11. Mai 2016




23. April 2016,

Lesung Reisesplitter - unter dem Titel "Von der Ostsee ans Mittelmeer."

Betriebssportgemeinschaft "Segeln" der Norddeutschen Landesbank am Maschsee Hannover.


  

Ein Teil der zuhörenden Seglerinnen- und Segler. Herr Schasse vorne links.

Bei dieser Lesung war alles etwas anders als sonst. Diesmal hatte ich es mit Fachleuten zu tun, die alle überwiegend Seglerinnen- und Segler waren und denen ich nicht erklären musste, dass in Seglerkreisen ein Eimer kein Eimer, sondern eine Pütz ist und ein Strick in der Seemannsprache zu einer Leine oder Tampen oder auch Schot mutiert. Das war wohltuend und so wies ich gleich zu Anfang des Vortrages darauf hin, dass ich maritime Fachausdrücke wegen der meist nicht mit der Seefahrt vertrauten Zuhörer möglichst vermieden habe und sie sich deshalb über die Wortwahl nicht wundern sollten.

Nachdem mich Herr Schasse, der den Kontakt zu der "Fachgruppe Segeln" der Norddeutschen Landesbank hergestellt hatte, mich mit der Gruppe bekannt gemacht hatte, begann ich meinen Vortrag mit einer Seenot Rettungsaktion in der Nähe der Insel Rügen, schilderte in zwei Erzählungen die kleinen Erlebnisse und Naturbetrachtungen auf einer der Havelseen und endete vor der Pause mit der Schilderung einer Nacht im Mistral, die letztlich aufgrund von Ungeduld und Zeitmangel dazu führte, das die erlittenen Schäden an Bord diese Reise zu einer der kostspieligsten Reisen überhaupt wurden, weil die Schäden an Segeln, Ruder und Motorantrieb erheblich waren.

Pause, durchatmen.

Im zweiten Teil ging es darum, die Zuhörerinnen und Zuhörer mit den Problemen und angenehmen Dingen auf See bekannt zu machen, mit den ein Einhandsegler sich draußen in der Wasserwüste auseinander setzen muss.

Den Schluss der Veranstaltung bildete eine dramatische Situation, die durch Übermüdung eines Crewmitglieds entstanden war und nur durch Glück, aber nicht durch Können doch noch zu einem akzeptablen Ende führte.

Es war ein Vortrag, der mir viel Spaß gemacht hatte und ich danke allen Wassersportbegeisterten für ihre Aufmerksamkeit.

Und besonders danke ich Herrn Schasse - der weder mich noch überhaupt etwas von dem Vortrag kannte, sondern nur die Informationen aus seiner örtlichen Zeitung hatte - und der sich nicht scheute, das Risiko einzugehen, mich zu diesem Nachmittag einzuladen.

Die angehängte Geschichte wird im Vortrag nicht erwähnt, ist aber ebenfalls eine meiner zahlreichen, erlebten "Maritimgeschichten".

 Eine Nacht auf dem See

Ich liebe die Zeit der Dämmerung auf dem Boot, wenn es auf einem See vor Anker liegt. Weht ein kaum spürbarer Abendwind, ist die Luft manchmal erfüllt vom Duft frischen Heus oder den blühenden Blumen einer Wiese und bleibt als feiner Teppich über dem Wasser liegen, wenn der Wind später ganz einschläft. Es ist die Zeit des Abendrotes, das im Widerschein des Sees seine größte Pracht entfaltet. Wie dunkle Scherenschnitte stehen die Bäume und der Uferstreifen einer Halbinsel am Horizont, hinter der der glutrote Ball der untergehenden Sonne langsam versinkt, aber nicht, ohne ihr Ebenbild und das der Halbinsel auf der stillen Wasseroberfläche abzubilden.

"Wie ein Gemälde"

„Wie ein Gemälde“, denke ich und doch, es ist Wirklichkeit. Die Zeit des Abendrotes in seinen unendlichen Variationen, das später ganz langsam der stillen, sternenklaren Nacht weicht, zieht mich immer wieder in seinen Bann. Es ist die Zeit der Muße und des stillen Betrachtens. Das bleiche Schilfrohr, das die Uferstreifen ziert, sieht dann geheimnisvoll aus und erzeugt eine melancholische Stimmung. Gelegentlich springt ein Fisch, und manchmal erscheint sogar ein Fischotter in der Nähe des Bootes und man kann den putzigen Gesellen beobachten, wie er um das Boot schwimmt, abtaucht und irgendwann als Schatten im Gebüsch des nahen Ufers verschwindet.

Plötzlich ist die Nacht da und über mir entfaltet sich das Band der Milchstraße in seiner ganzen Pracht. Keine hellerleuchtete Städte stören, nur einzene Lichter glimmen im Nirgendwo, sonst nichts. Dort, wo nur Wiesen und Felder den See begrenzen, verschwimmen See und Land zu einem dunklen Strich unter dem Sternenlicht.

Es wird Zeit, das Ankerlicht anzuzünden und dann, nach einem letzten Rundblick in die Nacht und auf die Ankerkette, gehe ich nach unten in die Wärme der Kajüte, in der meine Frau mir einen „Roten“ zum Tagesausklang anbietet und das schummerige Licht einer Kerze auf dem Tisch aus normaler Abendstimmung ein vollendetes Abenderlebnis zaubert.

Unvergleichliche Stimmung und Ruhe. Das sind Stunden, die haften bleiben.

Ich mag auch die frühen Morgenstunden auf dem See. Es ist die Zeit, in der Nebelschwaden aus dem warmen Wasser aufsteigen und die übrige Welt scheinbar losgelöst ist von unserer winzigen, schwimmenden Insel. Herrlich ist es, in der Geborgenheit der Kajüte aufzuwachen und dann draußen zu beobachten, wie aus der Nacht ein neuer Tag wird.

Stille herrscht. Unwirkliche Stille. Und in die Stille hinein schiebt sich die Sonne im Osten über die entfernten Hügel. Tief steht sie und schickt ihr gelbes Licht fast waagerecht durch den morgendlichen Dunst und die am Ufer stehenden Pappeln herüber. Noch ist es kaltes Licht und mich fröstelt. Tau hat sich auf dem Boot niedergeschlagen, so wie jede Nacht. Mit nackten Füßen läuft man nicht auf nassen Booten herum, das weiß ich – und mache es dennoch, weil ich „nur“ die Ankerlampe löschen will. Ich gleite aus und schlage mit dem rechten Knie auf‘s Deck. Der Tau färbt sich rot und ich fluche stellvertretend auf Neptun – den Gott des Windes – weil mir die Namen der Götter, die für den Tau zuständig sind, nicht einfallen. Ein paar Enten fliegen erschrocken auf. Dann ertönt eine Stimme aus der Kajüte: „Ist etwas passiert?“

 

Die Stille ist zerbrochen, der Tag erwacht und mit ihm die Menschen mit ihren Geschäftigkeiten. Ein Fischerboot knattert vorbei läßt unser Boot in seinen Wellen schaukeln. Ich schließe mich der menschlichen Betriebsamkeit an und hole mit dem Schlauchboot Brötchen vom nahen Campingplatz.

Guten Morgen, neuer Tag!

 

20. April 2016, Lesung Reisesplitter wie oben. Vortragsort Ronnenberg, Heimatbund

HEIMATBUND RONNENBERG

Der Redner und Autor Wolfgang Nieschalk, vom Calenberger Autorenkreis, hielt im Rahmen unserer Mittwochsveranstaltungen einen Vortrag von Reisen auf seinem selbstgebauten Segelboot.





Nieschalk selbst nennt dies „Reisesplitter - auf dem Boot von Rügen ins Mittelmeer.“ Seine packende Erzählweise lässt seine Zuhörer glauben, sie hätten selbst daran teilgenommen. Der Vortragende berichtet nicht nur über schöne, sonnige Tage auf dem Wasser, sondern erzählt auch Geschichten von dramatischen Stunden – so die nächtliche Rettung von Schiffbrüchigen in der Nähe von Rügen.

Seine Schilderungen von unberechenbaren Stürmen auf dem Mittelmeer, wenn der ›Mistral‹ dem Schiff und seiner Besatzung das Äußerste abverlangt, durften hier nicht fehlen.

Wer ein Schiff selbst nach den Plänen eines international tätigen Konstrukteurs baut, so wie der Autor es getan hat, wird eine lebenslange Verbundenheit zu seinem Boot aufbauen, zumal die Strapazen und Erlebnisse auf See einen Menschen zeitlebens prägen können.

Dieses Gefühl von Wind, Wasser und der Weite der Meere vermittelte der Vortragende seinen Zuhören hervorragend.

Am Ende bedankte sich der kleine Zuhörerkreis für diese spannenden Seefahrtgeschichten mit kräftigem Applaus. Es wäre zu wünschen, wenn solche, von unserem Veranstaltungsteam mit viel Umsicht ausgesuchten, interessanten Vorträge, von mehr Mitgliedern wahrgenommen würden.


Text und Foto: Gerrit-Detlev Kühne vom Heimatbund Ronnenberg




13. März 2016, Lesung Hermann Löns in Wülfingen

Hermann Löns auch in Wülfingen.

 

Der Altenkreis der ev. Kirche Wülfingen hatte Wolfgang Nieschalk eingeladen, ihnen Hermann Löns in einem Vortrag näher zu bringen. Das Referat stieß auf große Resonanz und es war interessant und aufschlussreich für die Zuhörerinnen und Zuhörer, als Nieschalk das wiedergab, was Hermann Löns vor über 100 Jahren über das Calenberger Land und seine Bewohner geschrieben hatte.

Nun, Löns selbst ist schon seit über 100 Jahren Geschichte, doch seine Geschichten selbst, seine Werke, leben unvermindert weiter, und so war es nur folgerichtig, diesen großen, aber nicht unumstrittenen Literaten und Naturfreund durch eine neue, den meisten Zuhörern ganz unbekannte Perspektive zu betrachten. Jedenfalls gelang es Nieschalk auf erfrischende Weise, die Zuhörer für die künstlerischen Arbeiten von Löns zu begeistern.

Die Geschichten über das Calenberger Land hatte Löns während seiner Zeit in Hannover geschrieben. Auch die Jugendzeit von Löns wurde ausgiebig behandelt und gewürdigt, in dem Löns viele gute lyrische Werke gelangen, die aber kaum das Licht der Öffentlichkeit erblickten.

Frau Storre, die Vorsitzende des Altenkreises - stehend - begrüßt die Gäste zur bevorstehenden Lesung.

Über den Grund des Todes von Löns, der oftmals falsch dargestellt wird, referierte Wolfgang Nieschalk zum Schluss der Veranstaltung und er beschloss die Lesung mit eigenen Überlegungen zur Zukunft der Werke des großen Künstlers Hermann Löns, welche trotz - oder gerade wegen - der immer mehr und sich beschleunigenden, naturfeindlichen Technik - den Menschen der Natur entziehen. Irgendwann schlägt das Pendel um - weg von der die Menschen beherrschenden Technik, hin zur Natur, wagte Nieschalk einen Blick in die Zukunft und dann werden die Werke des unvergessenen Löns, mehr noch als heute, zur Standardliteratur avancieren.

Text: Wolfgang Wildbach

Fotos: Nieschalk



30. März 2016

Lesung Hermann Löns im Dorfgemeinschaftshaus Sorsum der Landfrauen Gehrden


Hermann Löns in Sorsum. Dort, in dieser quicklebendigen Landfrauengruppe hätte Löns sich wohlgefühlt, um seine "Calenberger Betrachtungen an die Damen " zu bringen!

Wolfgang Nieschalk stimmt sich kurz vor Beginn der Veranstaltung mit der Leiterin der Gruppe, Frau Otte, ab.

Jedenfalls war es interessant und aufschlussreich für die Zuhörerinnen, als Wolfgang Nieschalk in einem Teil seines Referates das wiedergab, was Hermann Löns vor über 100 Jahren über das Calenberger Land und seine Bewohner geschrieben hatte.
Löns selbst ist, wie schon gesagt, seit 101 Jahren Geschichte, doch seine Geschichten selbst, seine Werke, leben unvermindert weiter, und so betraute der Calenberger Autorenkreis Wolfgang Nieschalk aus Nordstemmen damit, diesen großen Literaten und Naturfreund den Landfrauen Gehrden durch einen Vortrag nahe zu bringen. Er stellte sich der 
"Damenfront", um den außerordentlich interessierten Zuhörerinnen viel Unbekanntes von Hermann Löns aus seinem Leben, aus seinen Geschichten und auch einige seiner kleinen Anekdoten vorzutragen.
Die Geschichten über das Calenberger Land hatte Löns während seiner Zeit als Chefredakteur bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung geschrieben und dabei auch etwas ganz Spezielles über seine Begegnung während eines Jagdausfluges erwähnt, bei dem er zuerst mit dem damaligen Hannoverschen Oberpräsident über Kreuz geriet, sich aber nach kurzer Zeit in der sie sich beschnupperten, ein ausgesprochen freundschaftliches Verhalten an den Tag zueinander fanden.

Auch die Jugendzeit von Löns wurde ausgiebig behandelt und gewürdigt, in dem Löns viele gute lyrische Werke gelangen, die aber kaum das Licht der Öffentlichkeit erblickten.
Über den Grund des Todes von Löns, der oftmals falsch dargestellt wird, referierte Wolfgang Nieschalk zum Schluss und er beschloss die Lesung mit eigenen Überlegungen zur Zukunft der Werke des großen Künstlers Hermann Löns, welche trotz - oder gerade - wegen der immer mehr und sich beschleunigenden naturfeindlichen Technik - die den Menschen seine Wurzeln vergessen lassen will - noch eine große Zukunft haben wird. 
Nach den einleitenden Begrüßungsworten sprach die Vorsitzende des Landfrauenvereins Gehrden - Frau Otto, vorn im Bild rechts - Wolfgang Nieschalk ihren Dank aus und äußerte die Hoffnung auf weitere gute Zusammenarbeit mit den Calenberger Autoren.



Fotos: Wolfgang Nieschalk/Otto

Text: K. Schmidt




Hermann Löns Leben

und Werk


Vortrag von Wolfgang Nieschalk in der Senioren Akademie

Alfeld

Die Senioren Akademie Alfeld bot mit ihrem zweiten Vortrag im Vortragsjahr 2016 den Besuchern wieder ein besonderes Highlight literarischer Vortragskunst.

Wolfgang Nieschalk liest gerade eine Erzählung aus dem Beitrag "Der Mörder."

Wolfgang Nieschalk referierte im gut besuchten Musikraum der Schulrat Habermalz Schule Alfeld über Leben und Werk des Dichters Hermann Löns. Wolfgang Nieschalk, der dem Calenberger Autorenkreis angehört und dem Alfelder Publikum nicht unbekannt ist, ließ anschaulich durch Fakten, Anekdoten, Gedichte und Prosa das Wirken des bekannten Dichters Hermann Löns lebendig werden.

Der nicht immer gradlinige Lebenslauf des Heimatdichters wurde den Zuhörern ausdrucksvoll nahe gebracht und es ist deutlich geworden, dass das literarische Werk von Löns in seiner bildgewaltigen Sprache die Menschen heute noch begeistern kann.

Der Musikraum der Schulrat Habermalz Schule in Alfeld war gut gefüllt. Es ist ein Raum, der durch seine Größe nicht einfach zu "beschallen" ist.

Der Leiter der SeniorenAkademie Alfeld, Volker Nemitz, betonte in seiner

Vortragsmoderation, dass es Wolfgang Nieschalk immer wieder gelingt, durch kompetente Textauswahl und vor allem durch seine unvergleichliche Kunst, Literatur vorzutragen, sein Publikum mitzureißen.

Wolfgang Nieschalk wurde mit starkem Applaus belohnt und Volker Nemitz sprach ihm für die großartige Leistung seinen Dank aus.

 

Abschließend wies er darauf hin, dass im Rahmen der Zusammenarbeit der Senioren Akademie Alfeld mit dem Calenberger Autorenkreis noch weitere Vorträge folgen werden.

 

So wird z.B. am 8.Juni Friedrich Pape über Leben und Werk von Hermann Hesse referieren


Text und Fotos: Volker Nemitz


Mehr Fotos siehe unten, unter diesem Beitrag




Löns - Mehr als nur der "Heide - Dichter"


Vortrag von Wolfgang Nieschalk über Herrman Löns stößt in der Elzer Stadtbücherei auf reges Interesse. Leine Deister Zeitung vom 25.Januar 2016

 

Von Ulrike Corcilius


Elze.

Wolfgang Nieschalk beantwortet Zuhörerfragen.

Kurz vor Beginn des Vortrages von Wolfgang Nieschalk über Hermann Löns mussten noch etliche Stühle nachgestellt werden. Mit so einem Besucherandrang hatten die Organisatoren nicht gerechnet. Neben den Zuhörern aus dem Kreis des Stammpublikums der regelmäßig stattfindenden Lesungen und Vorträge, die die Stadtbücherei Elze seit vier Jahren anbietet, hatten sich Neugierige aus Elze und anderen Orten eingefunden.

Einige davon sind ausgemachte "Nieschalk Fans", die Anderen wollten mal schauen, was die Bücherei bietet und nicht zuletzt zeigte sich, dass der Name "Hermann Löns" immer noch zieht. Nieschalk gehört dem "Calenberger Autorenkreis" an und ist seit Jahren ein gern gesehener Gast in Elze.

Mal liest er eigene Texte, mal referiert er über einen Dichter oder Schriftsteller, in dessen Schriften er sich eingearbeitet hat, denn die Calenberger Autoren haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Werke namhafter Autoren lebendig zu halten. Was Nieschalks Vorträge so lebendig macht, ist sein Humor, der auch in seinen Referaten durchblitzt. Sie sind nicht trocken wissenschaftlich sondern für den interessierten Laien ausgearbeitet und lassen immer einen großen Respekt für sein Objekt spüren.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer lauschen interessiert den Ausführungen des Referneten. Doch sie hören nicht nur zu - sie fragen auch, besonders nach Ende der Veranstaltung. Für mich als Referenten immer ein besonders angenehmer Teil der Lesung.

Anhand von biographischen Daten, kurzen Anekdoten und Werkbeispielen vermittelte Nieschalk einen Eindruck des Charakters und des literarischen Werkes von Hermann Löns (geboren 1866 in Westpreussen, gefallen 1914 in Frankreich).

Dabei zeigte er auf, dass dieser nicht nur "Heidedichter" war, als der er vielen bekannt ist. Er hatte nie in der Lüneburger Heide gelebt, aber viel Freizeit dort verbracht. Obwohl er nur 48 Jahre alt wurde, ist sein Leben und Schaffen viel zu unruhig gewesen, um es in ein paar kurzen Sätzen zu umreißen

Nieschalk hat sich auf ein paar exemplarische Beispiele konzentriert und sich bewußt nicht zu ausführlich in dessen Biographie vertieft.Was man wissen sollte ist, ist, dass Löns sich schon als Kind "für alles, was da kreucht und fleucht" interessierte. Er wuchs in der wald- und seenreichen Landschaft Westpreußens  als ältestes von 14 Kindern auf.

 

Flora und Fauna

Sein Interesse für die Flora und Fauna ließ ihn nie mehr los. Durch einen Umzug seiner Familie kam er nach Münster, studierte verschiedene Fächer an verschiedenen Orten und schmiß nach eingen Jahren alle Universitätsstudien hin. Danach schlug er sich mit zunehmenden Erfolg als Mitarbeiter diverser Tageszeitungen durch, unter anderem bei der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung."

Er galt als schwieriger Charakter, zwar hochintelligent aber psychisch labil und alkoholabhängig. Als Frauenheld ruinierte er seine zwei Ehen und beruflich wie gesellschaftlich ging sein Leben auf- und ab. Aber wenn man von der schwierigen Person Löns absieht und sich seinen schriftstellerischen Arbeiten zuwendet, stößt man auf ein vielfältiges Werk, dass besonders durch die Lyrik seiner "Werdezeit" mit der Vorstellung von Löns aufräumt, die man gemeinhin pflegt.

Nieschalk hatte den Schauspieler Volkmar Eckard aus Hildesheim mitgebracht, der ausdrucksstark das "Wetterleuchten" und "Segelfahrt" deklarierte. Nieschalk selbst stellte unter anderem das Gedicht "Vor dem Absturz" vor, das ihm als Sinnbild für Löns Individualismus erscheint. Die Erzählung, "der Mörder", einer drastischen Schilderung über einen Schadhirsch und dessen gräßlichen Tod, setzte er an das letzte Drittel seines Vortrags.

 

Kein zweiter Tod

 

In einem ganz frühen Gedicht äußerte Hermann Löns die Befürchtung, dass seine Werke schnell in Vergessenheit geraten könnten. Doch den zweiten Tod, den des Vergessens, hat Löns nicht sterben müssen, zitierte Nieschalk Marcel Reich Ranicki. Noch nach über hundert Jahren ist er bekannt. Für die Besucher der Veranstaltung war es ein aufschlussreicher und anregender Abend. 


Text: Ulrike Corcilius

Fotos der Veranstaltung: Ulrike Corcilius

Sonstige Fotos: Wolfgang Nieschalk



Dieser Text in der eingelassenen Tafel in dem Denkmal von Löns hat mich sehr beeindruckt, zeigt er doch, wie viel Lebensweisheit in diesen vier Zeilen verborgen sind



Ein kleiner Wegweiser am Eingang zur Grabstelle


Und hier die Grabstelle selbst, deren Findling bei meinem Besuch mit einem Kranz der Stadt Walsrode geschmückt war.