Die Zeit zwischen den Festen.

 

Ein gutes Neues Jahr wünsche ich Ihnen. Hier ein Feuerwerk in Dresden am Elbufer

 

Die Zeit zwischen den Festen

 

In der kurzen Zeit zwischen den Festen geschieht meist mehr, als uns bewusst wird. Manchmal drängt sich sogar der Eindruck auf, dass  wir alle dem "Urzwang" unterliegen, im alten Jahr - welches unwiderruflich in seinen "letzten Zügen" liegt - noch eilig das Versäumte oder Verschobene nachzuholen. Das starrt uns dann als "unerledigt" von einem Zettel auf dem Schreibtisch an oder wartet drängend in Form leichten Unbehagens im Kopfe auf Erledigung ... 

Das ist entschuldbar und meiner Erfahrung nach eine "Krankheit", von der die Meisten von uns befallen sind. Sogar die großen Vorbilder machen hier keine Ausnahme, wie beispielsweise unsere Spitzenpolitiker. Sie sind besonders von dieser Krankheit  infiziert. Zum Beispiel schieben sie die Regierungsbildung vor sich her ins neue Jahr, wie unsereiner das Aufräumen des Schreibtisches. Mit solchen Vorbildern in Alibifunktion fällt uns braven Bürgern das "mithinübernehmen" des liegen Gebliebenen leicht. Nur mit dem Unterschied, dass wir selbst für unsere Versäumnisse aufkommen und gerade stehen müssen...Politiker aber sind plötzlich verschwunden sind, wenn's brenzlig wird. Dann ist - wieder einmal - Solidarität des Steuerzahlers gefragt. 

Doch egal, wie und wer was vor sich herschiebt, ein Grundsatz gilt für alle: Ein Jahr hat nur 365 Tage, die vollgestopft sind mit mit immer neuen, oft unvorhersehbaren Ereignissen, die ständige Aktivität erfordern. So ist es kein Wunder, dass manches "Vorgenommene" als Unerledigtes gemeinsam mit uns das Neue Jahr begrüßt. Dabei bietet die Zeit zwischen den Festen noch eine letzte Möglichkeit, etwas vom bisher "Verschobenen" zum "Erledigten" zu machen. Der Rest bleibt - wie gesagt - fürs neue Jahr und manchmal auch für die Ewigkeit. Denn manches erledigt sich sogar von selbst, ohne dass der Himmel deshalb einstürzen würde...man muss nur lange genug warten!

Dachboden und Keller aber entziehen sich dem Warten auf "Selbsterledigung." Und so werden sie zu stillen Zeugen der fleißig geübten "Verschiebungstechnik", die darauf baut, dass doch noch mal etwas von dem gebraucht werden könnte, was niemals mehr gebraucht werden wird. Jeder Dachboden- und Kellerbesitzer kennt das und hängt an Dingen, die entbehrlich sind. Sie wissen, was ich meine. 


Davon abgesehen, ist mein übriges "Unterlassungskonto" immer noch groß. Meist sind es Unbequemlichkeiten, die verhindern, einen endgültigen Strich durch "Etwas" zu machen. Manchmal verschwinden die Notizen auch unter neuen Zetteln, doch irgendwann fallen sie mir wieder in die Hände. So, wie die Ermahnung an mich selbst, endlich die Brandmelder zu montieren, bevor die Batterien alt werden. Letztes Jahr zwischen den Festen baute ich sie ein und das war gut so, denn kurz darauf warnten sie mich mit schrillem Pfeifen vor größerem Unheil, weil ich mir während des Tagesausflugs meiner Frau ein Steak in der Pfanne briet. 

Die Briefträgerin war schuld. Klar, immer sind andere schuld. Mit ihr führte ich ein Gespräch über die immer mehr ausufernde Paketflut und vergaß dabei, dass auf dem Herd ein Stück Rindfleisch aufs Wenden wartete. Blauer Rauch überall und es dauerte eine Zeit, bevor ich begriff, dass meine neuen Brandmelder die Ursache für das Pfeifen waren und es dauerte noch länger, ehe ich die Dinger abgestellt hatte. 

Zum Kochen kaum geeignet, liegt mir der Schraubendreher schon mehr. Bei ihm weiß ich, was ich anrichte. Gestern in aller Frühe machte ich mich daran, die kleinen technischen Störungen an der Elektrik zu beheben, "entschmückte" den viel zu früh nadelnden Weihnachtsbaum und machte mich am Abend auf den Weg ins TFN nach Hildesheim, um im alten Jahr noch etwas für die Kultur zu tun. Vergeblich, denn ich stand vor verschlossener Operntür, weil ich in der Hektik der Vorweihnachtszeit den Tag falsch notiert hatte. Na ja, ich lachte laut auf wegen meiner "Schusseligkeit", meine Frau ebenfalls und dann schauten wir "Hänsel und Gretel" als Oper zuhause im bequemen Sessel und einer guten Flasche Wein.

Das, und alles hier nicht Erwähnte ergibt eine Fülle von Erlebnissen, die vielleicht den Rohstoff bildet für eine neue "Kleine Geschichte." 


Eine dieser älteren Geschichten füge ich hier links auf die Seite ein. 

Ihnen wünsche ich ein gutes Neues Jahr und freue mich, wenn Sie weiter meine Seite unter www.Nieschalk.info besuchen. 

 

Herzlicher Gruß, Ihr

 

Wolfgang Nieschalk

 

Die Zeit nach der Bescherung


Am Heiligen Abend hat der Weihnachtsmann alle Hände voll zu tun, um die vielen Gabentische zu füllen, aber am Morgen des 25. Dezember kann er seinen weißen Bart an den Nagel hängen und bis zum nächsten Jahr in Ruhe pflegen. Sein Sack ist leer und alles Übrige bleibt uns überlassen.

Zum Beispiel das Geschenkpapier, welches sich auf dem Fußboden türmt. Ich bin fürs Wegwerfen, aber meine Frau ist anderer Meinung. Sie will aufheben und verstauen – nur, um das Verstaute nie wieder hervorzuholen. Ich weiß das, denn noch nie hat sie gebrauchtes Weihnachtspapier zum Einpacken verwandt.

Jedes Blatt Papier wird glattgestrichen, einmal längs und quer gefaltet und in eine der herumstehenden Kartons gepackt. Bitterböse wird sie, wenn ich mich mit der Schere an die liebevoll gebundenen Schleifen heranmache. Aber irgendwann haben wir uns arrangiert, Schachteln und Kartons ineinander gestapelt und auf dem hinteren Dachboden verstaut, denn vorne stehen noch die Kartons vergangener Jahre.

Das, was übrig bleibt, landet im Kamin. Vorletztes Jahr fand mit dem Müll auch der neue Handschuh meiner Frau, ein Akku des Fotoapparates und das Geschenk der Kinder – die Karten zum Neujahrskonzert – den Weg in die Flammen. Die hitzige, unter viel Kopfschütteln geführte Diskussion, wer wo und zu welchem Zeitpunkt so unaufmerksam mit dem Abfall umgegangen sei, neigte sich zu meinen Ungunsten, da explodierte der weggeworfene Akku im Feuer. Danach war Ruhe. Ich sammelte hektisch Glutreste vom Teppich und bin seitdem von nachweihnachtlichen Aufräumarbeiten ausgeschlossen.

Trotzdem, ich habe noch genug zu tun, denn vor langer Zeit wurde ich zum Gänsebratmeister ernannt. Das schmeichelte mir, war aber unlogisch, denn meine Kochkenntnisse enden exakt beim garen von Pellkartoffeln. Später – zu spät – erkannte ich, man hatte mich über den Tisch gezogen! Von wegen Kochtalent! Die zu schälenden Zwiebeln waren Schuld an meiner Beförderung zum weihnachtlichen Küchenchef. Tränen benetzen seitdem meine Wangen und meine Frau geizt nicht mit gutgemeinten – aber schlechten Ratschlägen – um das weihnachtliche Weinen bei mir in Grenzen zu halten.

Spätestens dann, wenn niemand mehr gebratene Gans riechen oder gar essen will und sich jeder nach gewöhnlichen Pellkartoffeln sehnt, steht die Frage im Raum, wann die Feiertage eigentlich vorüber sind.

Manche Leute meinen dann, wenn der Weihnachtsbaum geplündert wird. Der Neujahrstag böte sich an, aber eine gewisse körperliche Schlaffheit, die durch Übernächtigung hervorgerufen ist,  könnte den Zeitpunkt noch hinauszögern. Andere behaupten, er solle bis zum Dreikönigstag bleiben. Ich hatte vorgeschlagen, Weihnachten ohne Baum zu verbringen und erntete eisiges Schweigen.

Mein Vorschlag war eigennützig, denn mein Sessel macht Weihnachten immer Platz für den grünen Gesellen und ich sitze dann beim Lesen schief. Warum? Weil das Kabel meiner Leselampe nun zu kurz ist. Ein Verlängerungskabel würde Abhilfe schaffen, aber auch als Fußangel dienen. Also sitze ich weiter krumm, mache beim Lesen einen Gänsehals und hoffe, dass der Baum bald verschwindet.

Das geht manchmal schnell. Sein Nadeln bedeutet dann sein sofortiges Aus. Gut so. Endlich kann ich wieder gerade sitzen. Aber noch etwas bedeutet mir sein Auszug: Mit seinem Verschwinden endet immer auch die dunkle Jahreszeit! Ein neues Jahr beginnt, die Tage werden wieder länger und neue Aufgaben erwarten uns. Packen wir sie an? Klar - und freuen wir uns darauf!

 

Gutes Neues Jahr!