Aktuelle Veranstaltungen im Oktober 2017


 


Am Freitag, den 13. Oktober 2017 um 19.00 Uhr stelle ich Ihnen  

Hermann Löns im Freizeitheim Vahrenwald vor. Es ist eine geschlossene Vorstellung.      



Die Natur ist unendlich reich und bildet den großen Künstler", schrieb schon Johann Wolfgang von Goethe, und so gesehen, wurde Goethes Erkenntnis - Jahrzehnte später - in der Person von Hermann Löns lebendige Wirklichkeit.

Stark und ungebrochen lebhaft ist noch immer das Interesse für den fälschlicherweise als Heidedichter bekannten Hermann Löns. Dieses Interesse bei den Hörern des Altenkreises Sehlde wird mit Sicherheit einen erneuten Schub bekommen, wenn Wolfgang Nieschalk den Zuhörerinnen und Zuhörern nicht nur die bekannten Seiten, sondern auch den unbekannten Hermann Löns vorstellen wird.  

Über hundert Jahre nach seinem Tod auf den Schlachtfeldern Frankreichs haben sich seine Romane, Jagdgeschichten und seine ins philosophische gehenden Naturbetrachtungen und Erfahrungen bis heute behaupten können. Ja, es ist sogar ein Trend in unserer immer technologiebestimmteren Welt festzustellen, dass die Werke von Hermann Löns als literarischer Ausgleich zum Stress des heutigen Menschen mit ihren gewaltigen gesellschaftlichen Verwerfungen  im Berufsleben und in der Gesellschaft als solche, wieder an Bedeutung gewinnen. Seine Werke verdienen es und sind dafür geeignet. Doch es wäre irreführend, Löns - wie so oft -  als Heidedichter einseitig zu charakterisieren. Besonders seine frühen Werke, seine Werke aus seiner Jugend- und Studentenzeit beweisen das Gegenteil. Wer hätte sich Löns jemals als Segler vorgestellt? Wohl kaum jemand und doch genau davon, vom Segeln, handelt sein erstes bekannt gewordenes Gedicht.

Oder sein Gedicht "Absturz", das die Tragödie einer Bergsteigerseilschaft beschreibt, bei der ein Einzelner den Tod der ganzen Gruppe durch Egoismus und menschlichem Versagen verschuldete.  An seinen Gedichten und später an seinen Kurzgeschichten und noch später, als er die Kurzprosa aufgab und sich ganz dem Roman widmete, kann man die Entwicklung der Person Löns genau verfolgen und sich ein ungefähres Bild von diesem nicht ganz einfachen Menschen, Naturschützer, Jäger und großem Schriftsteller machen. 


 


 

Am 18. Oktober 2017 um 16.00 Uhr stelle ich Ihnen in der Habermalzschule Alfeld 

Guy de Maupassant vor.


"Manch schöne Frau hat das Welken männlicher Liebe

durch Ihre Kunst, pikante Leckerbissen herzustellen,

zu verhindern gewusst."


Guy se maupassant war ein scharfer Beobachter der Menschen und er ging ihren Gefühlen und Begierden auf den Grund.

Besonders von den Heimlichkeiten der Liebe und dessen, was so gern so genannt wird, zieht er schonungslos spöttisch den Schleier weg.

"Jawohl, junger Mann, dies ist das Werk eines Meisters", bestätigte ihm zu seiner Zeit der berühmte Flaubert, bekannt z.B. seines Romans "Madame Bovery", die Qualität einer seiner Novellen, die ihm Maupassant zur Begutachtung vorlegte. 

Sie werden ihre Freude haben an dem, was Ihnen "Maupassant zu sagen hat!"




Am 25. Oktober 2017 um 19.00 Uhr stelle ich Ihnen das Leben und Werke der Brüder Grimm im Dorfbrunnen Rössing vor. 

  


Die Brüder Grimm vor dem Rathaus in Hanau - sie leben weiter und sind als vielleicht - geschätzt - acht Meter hohe Statue nicht zu übersehen-.

"Eine Reise auf der deutschen Märchenstraße"

 

lautet die Überschrift für diesen Vortrag. Doch vermittelt die Überschrift ein unvollständiges Bild und verschweigt, dass es dabei um die Brüder Grimm geht, deren Literatur die nach der Bibel weltweit meistgelesene ist und deren nicht mehr überschaubare Buchauflagen Auflagen von mehreren Milliarden umfassen. 

Dieser Vortrag ist kein Reisebericht. Die Märchenstraße bildet aber den "Leitfaden" den "roten Faden" für den Vortrag. 

Alsfeld hat nicht nur ein schönes "Märchenhaus", es ist selbst Märchenstadt, eben märchenhaft schön. Ich werde einmal einen gesonderten Artikel mit Fotos einstellen.

Intensiv wird, neben einigen unbekannten und bekannten Märchen, die in den Auflagen der Brüder Grimm eine Sonderstellung einnahmen, über die Kindheit und Jugend der Brüder berichtet und im Hauptteil darüber, wie die Grimms überhaupt an die Märchen gekommen sind, die sie später in mehreren Auflagen ständig erweitert und umgeschrieben der Öffentlichkeit vorstellten. Dabei drückte sie die Zeit. Die Zeit des Märchenerzählens war zu deren Zeit unwiderruflich vorbei und bevor die wenigen noch lebenden Erzähler starben, musste alles zu Papier gebracht werden. Starben sie, starben auch die Märchen. 

Diese Foto - aufgenommen in Steinau - zeigt, auf welchen Wegen früher gereist wurde. so reisten auch die Grimms und bedenkt man die damit verbundenen Beschwerlickeiten und Zeitverluste, ist es erstaunlich, dass die Brüder überhaupt noch Zeit für ihre wissenschaftlichen Arbeiten fanden!

Dieses Vorhaben und die Durchführung war ein Abenteuer für sich. Die Vorgehensweise wird im Vortrag ganz besonders beleuchtet. Vergessen werden darf nicht, dass die damalige Landbevölkerung weder schreiben noch lesen konnte und die Geschichten - die alles andere waren, als Kinderkram - nur mündlich überlieferten. Für sie waren die Märchen eine Illusion, die ihnen das Leben "in zweiter Leibeigenschaft" - wie es ein Autor ausdrückte - etwas erträglicher machte. Schließlich blieb durch sie die Hoffnung lebendig, dass durch das alle Märchen auszeichnende "Happy End" auch für sie ein "Gutes Ende" möglich sein könnte.  

Eines der "Märchenschlösser"irgendwo im Grün neben der Märchenstraße.

So verschrieben sie 520 000 Blatt Papier und verbrauchten 207 Liter Tinte, hat das Grimm Museum in Kassel errechnet. Dabei ist allerdings das Material enthalten, was die Grimms für ihr größtes Lebenswerk, das "Deutsche Wörterbuch" verbraucht haben.

Da viele der Märchen vertont wurden, fehlt auch die Musik nicht und veredelt an den Stellen die Erzählungen, bei denen Worte nicht alles ausdrücken können. 

Rotkäppchen zum Beispiel. Das gibt es sogar als Sekt und auch bei unserem ehemals größten Geldschein, dem 1000 Mark Schein, wurden als Motiv die Gebrüder Grimm gewählt. Von den Opern, Ballettstücken, die Grimms Märchen zur Grundlage haben ganz zu schweigen und die Anzahl der Filme mit Grimms Märchen als Grundlage sind ungezählt. 

Grimms Märchen sind überall und Jacob Grimm hatte sich damals gewaltig geirrt, als er nach dem Tode des jüngeren Bruders Wilhelm schrieb:

 

"Schnell dahin geronnen ist unser Leben. Wir hatten unsere Kräfte ehrlich angesetzt, dass unter den nächstfolgenden Menschen unser Andenken noch unverschollen sein wird. Hernach mag es zuwachsen." 


Tauchen Sie mit mir ein in eine Welt, die gut 200 Jahre zurück liegt aber immer noch - viel mehr als früher - gegenwärtig ist. Ich freue mich auf Ihren Besuch. 


Mit besten Grüßen, Ihr


Wolfgang Nieschalk